Ein Versprechen!

Mit einem Versprechen, das als Urkunde auf dem Altar unterschrieben wird, ist man Oblate einer benediktinische Gemeinschaft. Mein Urkunde lautete:

„Ich, Andrea Sundermann, aus der Diözese Münster verspreche ein Leben als Oblatin im Geist der Regel des heiligen Benedikt im Anschluss an die Gemeinschaft von Mariendonk, vor Gott und seinen Heiligen, vor der Äbtissin Schwester Christiana Reemts in Gegenwart der Nonnen und aller, die hier versammelt sind. Zur Bestätigung meines Vorsatzes habe ich diese Urkunde eigenhändig ausgestellt. Mariendonk, den 24.09.2011“

Dieses Versprechen hat für mich Folgen, sogar weitreichende Folgen. Denn außer meiner Heimat im Glauben habe ich noch mehr gefunden. Aber es ist noch nicht zu Ende, denn im Grunde kommt man nie an, es gibt immer mehr zu entdecken und es heißt

„Wahrhaft Gott suchen“ in Allem!

In der Oblationsfeier während des Morgenoffiziums nach der Homilie wurde ich von meiner Begleitschwester, Schwester Justina, vor die Äbtissin geführt und mitten im Chorgestühl zwischen allen Schwester, den Altar, das Kreuz, Priester und Gäste im Rücken wurde ich von der Äbtissin gefragt: „Frau Andrea Sundermann, im Probejahr haben Sie die Einführung in das Leben als Oblatin erhalten, und wir haben die Möglichkeit gehabt, Sie kennen zu lernen. Wir wollen Sie als Oblatin der Gemeinschaft von Mariendonk angliedern. Deshalb frage ich Sie: Sind Sie bereit, in allem Gott zu suchen?“

Ich antwortete: „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit!“

Äbtissin: „Sind Sie bereit, als Oblatin der Abtei Mariendonk unter Führung des Evangeliums im Geist der Regel des Heiligen Benedikt zu leben?“

Ich antwortete:  „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit!“

Äbtissin: „Der Herr schenke Ihnen dazu seine Gnade.“

Und der ganze Konvent bestätigte: „Amen.“

Danach ging ich mit meiner Begleitschwester zum Altar und unterschrieb die Urkunde. Diese Urkunde blieb bei der Eucharistiefeier auf dem Altar liegen, als Zeichen, dass ich mich ganz hingebe. Daraufhin ging ich wieder in die Mitte und zum Altar und zum Priester gewandt sprach ich mein Gebet:

„Herr Jesus Christus, Du bist meine Mitte, aus der heraus ich leben möchte. Für mich bist Du alles und ohne Dich bin ich nichts. Nicht mehr ich lebe, sondern Du lebst in mir! Diese Liebe ist Dein Schwert für den guten Kampf des Glaubens, zu dem Du mich gerufen hast. Du hast mir Menschen an die Seite gestellt, die diesen Weg mit mir gehen. Dafür danke ich Dir. Meine Ängste und Zweifel der Verlorenheit nimmst Du mir. Kehren sie auch zurück, sind sie doch nichts im Gegensatz zu Deiner Liebe. Lass mich diese Liebe und Nähe immer spüren, hilf mir sie weiterzugeben, als Dein Bote. Dein Wort sei mein Schwert und Dein Leib und Dein Blut mein Schild. Bei meiner Suche nach Dir, habe ich in Mariendonk eine Heimat gefunden. Hilf mir, mich ihrer Liebe und Hilfe immer würdig zu erweisen. Lass diese Heimat und diese Gemeinschaft wachsen. Mit ihrer Hilfe lehre mich die Demut, um gestärkt im Hören auf Dein Wort weitergehen zu können und so das ewige Leben zu erlangen, wonach mein Herz verlangt. Ich bitte Dich, lege schützend Deine Hände über meinen Mann und unsere Kinder, den Schwestern, den Oblaten und meinen Freunden. Sei uns gnädig und stärke uns in der Gemeinschaft mit Dir. Dir, zu dem mein ganzes Ich ruft: Ja Herr, ich liebe Dich! Amen.“

Der Konvent sang die Antiphon: „Lobpreist den Herrn, weil seine Treue ewig währt!“

Nach einem Jahr der Probe begann für mich ein geistliches Leben als Oblatin der Abtei Mariendonk.

  • Begegnung mit dem Wort Gottes
  • Eucharistie und Chorgebet
  • auf dem Fundament der Väter
  • theologische Bildung, geistliche Lesungen und Gebet
  • Leben nach der Regel Benedikts
  • die Grundhaltungen eines Lebens in Christus
  • die Askese
  • die Arbeit
  • Entspannung und Erholung
  • Leben mit den anderen
  • Art der Gemeinschaft
  • Gäste der Abtei
  • unseren Dienst für Kirche und Welt

Dies sind die Punkte aus dem Text der Abtei für die Oblaten „Wahrhaft Gott suchen“!

2 Antworten zu Ein Versprechen!

  1. Behr, Doris schreibt:

    Ich würde gern wissen, ob in Mariendonk die Oblaten bei ihrem Versprechen nicht das Suscipe singen?
    Und ob es eine jährliche Oblationerneuerung gibt?

    • Andrea schreibt:

      Hallo Frau Behr, nein, bisher wird das Suscipe bei der Oblation nicht gesungen, eine Oblationserneuerung gibt es meines Wissens nach auch nicht. Bisher habe ich nicht davon gehört, dass es schon mal jemand von uns gemacht hat. Sind Sie auch benediktinische Oblatin oder möchten es werden?
      Viele Grüße
      Andrea Sundermann
      PD: Gern können Sie mich auch über meine neue Webseite https://totopectore.de oder über Mail andrea.sundermann@gmail.com erreichen.

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