Bei uns und ganz weit weg

„Essen wir Püree oder Salzkartoffeln zum Spinat?“ – „Ist mir egal. Püree mögen die Kinder aber lieber.“ – „Dann mach‘ ich Püree.“ – „Wo sind die Kinder?“ – „Im Spielzimmer.“ – „Dann mache ich den Fernseher an. Ich möchte die Nachrichten sehen.“ – „Wenn du das Spielzeugauto fertig hast, kannst du dann den Müll rausbringen?“ – „Ja.“ – „Oh mein Gott, schau mal das Kind ist mit Sicherheit nicht älter als unser Großer.“ – „Das ist Wahnsinn.“ – „Schalt um! Hallo mein Süßer, was spielst du schönes?“ – „Mama, ich hab‘ Hunger. … Ist der Mann da tot?“ – „Nein, er ist verletzt.“ – „Warum? – „Dort ist Krieg.“ – „Warum?“ – „Na ja, die Menschen dort streiten sich um Orte, die sie haben möchten.“ – „Warum?“ – „Weil jeder mehr haben möchte.“ – „Warum?“ – „Die Menschen dort verstehen sich nicht mehr.“ – „Kommen die da schießen auch zu uns?“ – „Nein, nein, ganz bestimmt nicht. Du brauchst keine Angst zu haben.“ – „Sind die weit weg?“ – „Ja, ganz weit.“

(erschienen 1998 in der Anthologie „…ohne Ende…“ – © Andrea Sundermann)

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