Das sollten Priester und Kirchenmusiker öfter machen

Auf zwei Minuten vom liturgischen Institut

Weil ein Gastchor die Gestaltung der Sonntagsmesse übernommen hat, feiert der Kirchenmusiker der Gemeinde im Kirchenschiff mit. Anschließend sagt er: „Eigentlich müsste jeder Kirchenmusiker zwei oder dreimal im Jahr auf diese Weise mitfeiern. So erlebt man Manches anders.“ Insbesondere der Antwortpsalm, den er selbst von der Orgel aus vorträgt, macht ihm Kopfzerbrechen. Denn in dieser Messe hat er davon kein Wort verstanden. Nun überlegt er, ob er dazu jeweils von der Empore herunter und zum Ambo gehen soll. Aber wie soll er anschließend das Halleluja ohne Orgel in seiner Fröhlichkeit entfalten? Er hat noch niemanden gefunden, der den Kantorendienst übernehmen würde. Auch über das Einspielen der Gesänge macht er sich Gedanken. Dabei fällt gerade bei ihm auf, mit welcher Sorgfalt und Fantasie er die Gemeinde zum Singen bringt. Dass der Gastorganist den Liedanzeiger nicht optimal zu bedienen wusste, macht dem Gemeindeorganisten deutlich, wie störend solche Nebensächlichkeiten sein können. Ebenso das kurze Suchen nach dem richtigen Register an einer Stelle. Es täte auch dem Priester gut, ab und zu in der eigenen Gemeinde (!) im Kirchenschiff mitzufeiern. Dann würde ihn wohl sicher der Klotz von einem Messbuch auf einem Ständer auf dem Altar stören und ebenso das leere Wasserkännchen und das Kelchvelum, die am Rand des Altares abgelegt sind. Vielleicht würde er sich auch fragen, ob er sich die Mappe mit dem Text der Einführung zu Beginn der Messe wirklich von einem Messdiener zum Lesen halten lassen oder ob er die paar Sätze nicht in Zukunft auswendig lernen soll. Und ob es gut ist, die Messdiener während der Schlussdoxologie des Hochgebets aufstehen und zu ihren Sitzen gehen zu lassen. Und er würde sehen, dass es seltsam wirkt, wenn er zum Friedensgruß den Altar mit dem in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtigen Herrn verlässt, um an den Sitzen mit den Messdienern den Friedensgruß zu tauschen. Wie der Kirchenmusiker hätte wohl auch der Priester, der im konkreten Fall sich offensichtlich und durchaus mit Erfolg um eine schöne Liturgie bemüht, wenn er sich selber sähe, Einiges zu überlegen und zu korrigieren, meint 
Ihr Eduard Nagel 

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